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Eine Hausgeburt, bei der es jemand extra-eilig hatte 🙂

Diese wunderschöne Geburt aus meiner Perspektive ♄♄

 

 Ich halte den Atem an…

…ganz kurz nur, bevor ich den SchlĂŒssel an der HaustĂŒr, der wie verabredet hĂ€ngt, vorsichtig im Schloss drehe. Es ist 22 Uhr. Ich trete leise ein, etwas nervös, nicht wissend, was mich genau erwartet, aber freudig gespannt.
Ich lege meine RucksÀcke im Flur ab. Einer voll mit Essen und Trinken, denn ich habe mich auf eine lange Nacht eingestellt. Im anderen meine Kameras.
Ich lausche kurz, sehe den Vater in der Stube nahe der TĂŒr sitzen, wir nicken uns zu.
Ich lege meine Jacke ab, betrete den abgedunkelten Raum. Sehe viele Kerzen, gedĂ€mpftes Licht durch Lichterketten. Am anderen Ende des Zimmers sitzt schon die Hebamme am Tisch, schreibt etwas. Wir begrĂŒĂŸen uns leise auf die Entfernung.
Ich blicke auf dich, wie du im Wasser im VierfĂŒĂŸler kniest, den Kopf und die Arme auf dem Rand des Pools abgelehnt, laut eine Welle vertönst. Dein Atem keucht vor Anstrengung. Ich will dich in diesem Moment nicht stören, husche an dir vorbei zum Tisch und lasse mich von Kirsten, der Hebamme, auf den Stand bringen. „Es ist noch etwas Zeit.“
Ich höre, dass deine Welle abklingt, wende mich dir zu. Hockend begrĂŒĂŸe ich nun auch dich. „Ich bin jetzt da.“
Wieder im Flur fische ich die erste Kamera aus dem Rucksack, befestige sie am Gurt. Die zweite in der Hand höre ich dich erneut eine Welle veratmen, lauter vertönen als die davor und in dem Moment wird mir bewusst, es ist doch schon soweit. Im selben Moment des Gedankens ertönt der Ruf Kirstens, „Anne, schnell, komm her!“ Die Kamera noch in der Hand und drei Schritte spĂ€ter stehe ich am Pool, sehe, wie Kirsten stĂŒtzend ihre Hand an deinem RĂŒcken hat.
Ich blicke nach unten, meine etwas dunkles zwischen deinen Beinen im Wasser zu erspÀen. Kirsten bestÀtigt meine Vermutung. Dein Baby ist fast da. Rasend schnell macht es sich auf den Weg in diese Welt.
Ich habe gerade noch Zeit zwei Einstellungen an meiner Kamera zu tĂ€tigen, dann drĂŒcke ich auf den Auslöser, einen Augenblick spĂ€ter gleitet dieses kleine perfekte Menschlein zwischen deinen Beinen hervor.
Du drehst dich um, lehnst dich an den Rand des Pools und nimmst dein Kind das allererste Mal in den Arm.

 

Geburt ist nichts, wovor wir Angst haben mĂŒssen. Geburt ist etwas, das verstanden werden muss.